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S i c h e r h e i t
 
 
 
Wenn du eigene Tipps in petto hast, dann können auch andere davon profitieren, wenn du sie uns mailst und wir sie veröffentlichen!


 


 

Einleitung
 
 

Bei allen Aktivitäten setzten sich Menschen Risiken aus. Gerade als harmlos empfundene Tätigkeiten führen häufig zu schweren Verletzungen. Drachenflieger, die verantwortungsbewußt mit ihrem Sport umgehen, setzen sich (statistisch gesehen) einem geringeren Risiko als beispielweise Reiter aus!

Gegenüber der Belastung der Krankenkassen durch Breitensportarten sind die Kosten im Gesundheitssystem, die durch Drachenfliegen entstehen, vernachlässigbar.

Um den Sport sicher ausüben zu können, sind allerdings eine fundierte Ausbildung und ein dem fliegerischen Skill entsprechendes Fluggerät wichtig. Eine Übersicht über Drachenflugschulen findet ihr auf heb-ab.de in der Schulen-Datenbank.
Einsteigertaugliche Drachen sind in unserer Geräte-Datenbank hinterlegt. Ausserdem sind ein Helm, und natürlich ein Rettungsgerät (Fallschirm) vorgeschrieben.


"Abstieg" mit Rettung

Abwurftest eines Rettungsgerätes

Auch sollte man in der ersten Zeit nach dem Scheinerhalt möglichst nicht alleine losziehen, sondern besser mit erfahrenen Piloten in anfängertaugliche Gelände gehen. Ein Übersicht über Fluggelände, die auch für Newcomer geeignet sind, findest du in unserer Gelände-Datenbank.

Der große Vorteil des Drachen gegenüber dem Gleitschirm ist seine konstruktionsbedingte aerodynamische Stabilität in der Luft. Der höhere Geschwindigkeitsbereich des Drachens im Vergleich zum Gleitschirm ermöglicht überdies sicheres Fliegen auch bei stärkeren Windgeschwindigkeiten. So kann sich der Drachenpilot schon früh auf das Fliegen selbst konzentrieren. Der Gleitschirmflieger wird sich dagegen vor allem am Anfang sehr mit seinem Fluggerät und dessen aerodynamischen Eigenheiten (wie beispielsweise sog. Klappern) beschäftigen.
Allerdings gibt es beim Drachenfliegen auch keine Kompromisse. Der Drachenflieger muss sich vor dem Start endgültig entscheiden. Einen Startabbruch gibt es nicht. Ein "...ich probier mal ob’s geht" wie häufig von Gleitschirmfliegern vor dem Start zu hören ist, gibt es beim Drachenfliegen nicht und birgt auch entsprechende Risiken.

Wenn man während und nach der Ausbildung auch noch einen der besonders einfach zu fliegenden und leichten Skyfloater fliegt,
ist man gerade in der Einstiegsphase besonders sicher in der Luft unterwegs und hat auch schon bald erste Erfolgserlebnisse beim Thermikfliegen. Gleitschirmpiloten, die auf Drachen umschulen wollen, können beim Skyfloaten sogar mit der gewohnten sitzenden Flugposition beginnen. Näheres zum Skyfloaten findet ihr in unserer Rubrik Skyfloating.


Skyfloater

Trotz alledem sind auch beim Drachenfliegen nicht ausschließlich krasse Pilotenfehler eine Risikoquelle. In dieser Rubrik sollen also verschiedene Aspekte der Flugsicherheit angesprochen werden und Tipps & Tricks für Newcomer und erfahrenere Piloten aufgelistet werden.

 
 

 

10 Gebote für Newcomer
 
 
 

Diese Punkte sind gerade für Dracheneinsteiger wichtig um sicher zu fliegen und lange etwas vom diesem faszinierenden Sport zu haben.

1. Fliegen, fliegen, fliegen...
Fliegen lernt man nur durch: Fliegen.
Deshalb nach dem Schein unbedingt dran bleiben und gerade in den ersten Jahren fliegen gehen wann immer es geht.
Bei allen Sportarten ist Training das A & O und nicht anders ist es auch beim Drachenfliegen.
"Immer fliegen" soll heissen: nur dann, wenn die Bedingungen OK sind!

2. Relax
Drachenfliegen ist kein Sport wie jeder andere. Kein Wunder, dass man am Anfang nervös ist. Deshalb gerade vor den ersten freien Flügen ohne Flugschulaufsicht locker bleiben.
Wenn Du das Gelernte berücksichtigst und z.B. an fremden Fluggeländen Tipps von den Einheimischen eingeholt hast, kann dir nichts passieren. Unnötige Angst ist eher gefährlich und lässt dich unsicher werden. Solltest du wirklich Angst vor dem Start haben, dann lass diesen Flug bleiben und warte auf eine Gelegenheit bei der du dich wohler fühlst oder besser betreut bist.

3. "Mutig" sein
Nur wer auch am Start wieder abbauen kann ist ein mutiger Pilot. Wer von sich sagen kann: "Ich bin bestimmt schon oft zu früh gelandet, aber nie zu spät!' hat lange etwas von seinem einmaligen Hobby. Charakterstärke ist ein wesentliches Merkmal eines Drachenfliegers.

4. Maximal  e i n  Risikofaktor
Nicht immer stimmen alle Faktoren an einem Flugtag.
Zum Beispiel:
- Das Wetter ist anspruchsvoll
- Das Gelände ist neu oder anspruchsvoll
- Das Fluggerät oder das Gurtzeug ist neu
- Es ist z.B. Wochenende und wahnsinnig viel los in der Luft
- Dir geht es gesundheitlich oder emotional nicht so gut

Man muss natürlich manchmal Neues ausprobieren sonst entwickelt man sich nicht weiter.
Aber hier gilt die Regel: ein Risikofaktor ist einfach genug - nie zwei oder mehr in Kauf nehmen!

5. Rituale müssen sein
Der ritualisierte Aufbau
in aller Ruhe vor dem Start gibt dir Gelassenheit.
Auch Vorflugcheck sowie Startcheck und dabei vor allem die Liegeprobe sind wichtige Rituale, die dich und Andere vor Schäden schützen, und die du nie unterlassen darfst.

6. Entschlossenheit
Besonders für den Start, aber auch für Flug und Landung gilt: Einmal entschlossen (z.B. bei guten Startbedingungen) - dann nicht zaghaft sein. Auch deine Kollegen in der Luft wissen dann immer woran sie sind (z.B. wenn du die Position vor der Landeeinteilung rechtzeitig und gezielt anfliegst).

7. Geschwindigkeit ist Sicherheit
Bei unruhigen Bedingungen in der Luft (Ruppige Thermik / Böiger, starker Wind) immer mit leichter Überfahrt fliegen und die Nase nicht direkt zum Hang nehmen.

8. Geduld
Thermik- und Hangfliegen mit dem Drachen schüttelt man nicht so einfach aus dem Ärmel. Geduld haben und nichts erzwingen wollen ist wichtig.
Nicht am Hang kratzen bis zum Geht-nicht-mehr. Das bringt dir höchstens eine Session im Baumwipfel ein. Das beste Aufwindband ist sowieso eher 50 Meter vom Hang entfernt.
Wetterlagen, bei denen es fast von alleine hochgeht und man genug üben kann, kommen von ganz alleine wenn man viel (und vor allem in den Bergen) fliegt. Es macht auch Sinn bei geführten Touren für Drachenflieger mitzufahren, bei denen Thermik- und Streckenfliegen geübt wird.

9. Vorflugregeln sind gut, Rücksicht ist besser
Die Vorflugregeln wie ihr sie in der Ausbildung gelernt habt sind wichtig, es ist aber unsinnig in gefährlichen Situationen darauf zu bestehen. Grundsätzlich gilt dann die Ausweichpflicht.

10. Kein falscher Stolz
Achte darauf, am Anfang einen Drachen zu fliegen, der einfach zu handeln ist auch wenn die Gleitleistung nicht so gut ist und er nicht so genial aussieht wie die Hochleitungs-Orchideen. Dafür bist du wendiger, kommst besser in der Thermik klar und hast es einfacher beim Landen. Basisräder sind selbstverständlich. Zuerst kommt der Spaß.

 
 

 

Tipps und Tricks
 
 
 Variable Geometrie

Vorsicht beim Start auf Startrampen bei Geräten mit variabler Geometrie. Das VG-Seil nicht locker hinterherschleifen damit es sich beim Startlauf nicht verhängen kann. Am Besten über die Instrumentenhalterung legen. Beim Start empfiehlt es sich die VG leicht vorzuspannen - vor der Landung frühzeitig die VG entspannen.

 Einhängekarabiner

Verwendet keine Alukarabiner sondern Stahlkarabiner. Drachen haben eine sehr hohen Bruchfestigkeit. Es wäre Unsinn diese hohe Bruchlast durch eine weniger bruchsichere Aufhängung zu verringern.

 Aufbau & Vorflugcheck

Der Aufbau sollte wie ein Ritual immer in der gleichen Reihenfolge und vor allem in Ruhe erfolgen. Dadurch ist die Gefahr gering, etwas Wichtiges zu vergessen.
Bei starkem Wind entweder den Drachen mit der Nase zum Wind liegend aufbauen. Beim Aufstellen dann aber immer einen Helfer zum Halten hinzuziehen.Beim stehenden Aufbau in starkem Wind den Drachen grundsätzlich immer so stellen, dass die Nase vom Wind wegzeigt, und ggf. die Basis oder Räder mit Steinen oder Gurtzeug fixieren.
Besonders auf Swivel achten. Diese werden gern vergessen; vor allem bei Hochleistern bei denen sie im Segel integriert sind. Immer einen Vorflugscheck machen. Dabei die Symmetrieprobe nicht vergessen!
 

 Einhängen

Immer noch ist eine der Hauptrisikoquellen beim Drachenfliegen, dass ein Pilot vergisst sich vor dem Start in den Drachen einzuhängen. Leichtsinn, häufig auch bei erfahrenen Piloten ist hier tödlich. Der Pilot startet und fasst aus Reflex noch kräftiger zu sobald er merkt dass er nicht eingehängt ist. Lange kann er sich nicht halten und fällt aus dem Drachen. Es sind Fälle bekannt bei denen Piloten es geschafft haben sich durch einen 'Feldaufschwung’ ins Steuertrapez zu schwingen.
Folgende Tricks helfen dabei das Risiko zu minimieren:

Liegeprobe: Jeder Schüler lernt bereits in den ersten Ausbildungstagen sich vor dem Start in den Drachen zu legen um zu prüfen ob er richtig eingehängt ist. Sie ist immer notwendig!
  Das Gurtzeug einhängen bevor der Pilot ins Gurtzeug steigt. Es kann dann auch eine Art Liegeprobe nur mit dem Gurtzeug gemacht werden. Diese Methode macht aber nur Sinn wenn der Pilot sich dann nie aus dem Drachen aushängt, sondern wenn er nicht starten will immer aus dem Gurtzeug steigt und dieses im Drachen hängen lässt.
Einhängeschild: Über eine Schnur wird ein Warnschild 'Einhängen’ im Sichtfeld des Piloten befestigt. Die Schnur wird mit dem Gurtzeug eingehängt. Bei Einhängen wird das Schild nach oben gezogen und verschwindet aus dem Gesichtsfeld.

 

 Startcheck

Auch diesen lernt man, wie den Vorflugcheck, schon als Schüler ausgiebig. Vergesst nicht den Helm zu schließen, darauf zu achten, dass ihr in den Beinschlaufen seid und die Splinte des Rettungsgerätes verschlossen sind. Auch ein Blick auf die Füße (offene Schnürsenkel) kann nicht schaden. Um Druckstellen im Flug zu vermeiden, ist es auch gut die Taschen der Kleidung auf Gegenstände zu kontrollieren.

 Landung

Die Landung, das weiss jeder Drachenflieger, ist so gut wie die Landeeinteilung. Zur Landeeinteilung ist es gerade in der Anfängerphase wichtig immer das Peilen zu üben.
Peilen heisst, dass ihr bei Gegen-, Quer- und Endanflug immer wieder auf den Landpunkt schaut um die Höhe abzuschätzen. Das hilft wirklich unheimlich!
Ganz wichtig, das sage ich euch als Anfänger aus eigener Erfahrung: Guck immer auf dein Ziel - nicht auf Hindernisse, deinen Drachen oder sonstwohin! Unglaublich, was für einen positiven, erleichternden Effekt das hat Leute!
Achtet darauf keine Kurven mehr in Bodennähe zu machen und stoßt am Anfang (gerade bei Wind oder wenn ihr noch nicht sicher seid wann der ideale Ausstoßzeitpunkt bei euren Drachen ist) nicht zu heftig aus. Eine Bauchlandung ist da sicherer (ausser bei hohem Gras, Schnee, oder anderen Hindernissen auf der Landewiese).
Beim Ausdrücken sollten eure Hände an den Steuerbügeln in Schulter- bis Augenhöhe sein! Wenn doch mal alles schief geht, dann nehmt vor der Bodenberührung die Hände weg vom Steuertrapez und verschränkt sie vor der Brust um einfach durch das Trapez durchzupendeln.

Drachen müssen rechtzeitig auf sich aufmerksam machen, wenn während der Landung auf dem Landeplatz noch andere Drachen stehen oder Aufziehübungen von Gleitschirmfliegern gemacht werden! Rechtzeitig für dem Landen schreien, oder gar eine Trillerpfeife mitnehmen!

Sollte du es einmal in die blöde Lage kommen und unausweichlich auf einen Baum bzw. Bäume zufliegen, dann ist eine Baumlandung immer einer bloßen Baumberührung vorzuziehen!

Du solltest also immer die dichtesten und größten Baumkronen anfliegen, um auf jeden Fall eine Baumberührung zu vermeiden, und ganz normal auf dem Baum zu Landen versuchen.
Baumlandungen mit dem Drachen gehen häufig problemlos vor sich, da der Drachen normalerweise im Geäst hängen bleibt. Eher passiert etwas beim Abstieg vom Baum.

Deshalb unbedingt Helfer informieren (Handy) oder zumindest auf diese warten und eine
Rettungsschnur gut greifbar mitfliegen.


 
 Start

 

Um sicher mit dem Drachen zu starten ist es vor allem notwendig in der Ausbildung viele Starts gemacht zu haben um die Köperkoordination zu perfektionieren. Faktoren wie das Startgelände (Geländeneigung , Hindernisse) und die Windbedingungen spielen natürlich auch eine große Rolle.
 
Rückenwind ist absolut Tabu, und Seitenwind darf nicht stark sein und maximal 30% seitlich zu Startrichtung anströmen, wobei je nach Fluggelände in den Wind vorgehalten werden soll. Wichtig ist, dass der Drachen am Start völlig neutral auf den Schultern ruht und sich nicht durch den Wind bewegt. Ein kurzes Stück Wollfaden an der vorderen Unterverspannung befestigt (Windspion) zeigt Dir die Anströmrichtung am Drachen an. Ganz simple Sache das, aber ein Muss!
 
Hast du dich einmal entschieden zu starten gibt es kein Zurück. Dann nicht zaghaft sein, sondern dich voll auf einen koordinierten Start konzentrieren. Wichtig ist es nicht, möglichst rasant unterwegs zu sein, sondern die Beschleunigung (Schrittlänge) beim Startlauf koordiniert und kontinuierlich bis zum Abhebezeitpunkt zu erhöhen, ohne den korrekt gewählten Anstellwinkel dabei zu verändern.
 
Bei Drachen mit Variabler Geometrie (VG) empfiehlt es sich die VG am Start leicht vorzuspannen.
Umgreifen an die Basis erst mit sicherem Abstand zum Hang. Solltet ihr bei starkem Wind Starthelfer benötigen, dann lasst euch möglichst von Drachenfliegern die Unterverspannung halten, die wissen, dass sie nur mit offener Hand von oben dagegenhalten sollen. Gib den Starthelfern vor dem Loslaufen mit einem deutlichen 'Frei' oder 'Start' ein Signal zum Loslassen.


 

 Rettungsgerät

 

Beim Drachen sollte der Fallschirm wirklich nicht gebraucht werden. Anders als beim Gleitschirm empfiehlt es sich daher auch nicht die Auslösung in der Luft zu üben. Liegt aber ein Geräteschaden vor, z.B. nach einer Kollision oder nach einem Tuck ist es wichtig dass ihr die Rettung schnell findet und auslösen könnt.
Fallschirm-Wurftrainings in der Halle bieten nahezu alle Drachenflugschulen an. Wenn man den Fallschirm geworfen hat, dann sollte man mit den Füßen ins Trapez steigen und vor der Bodenberührung mit den Beinen den Drachen kräftig ausstoßen. Vor dem Start grundsätzlich kontrollieren, ob das Rettungsgerät korrekt verstaut ist!

 

Drachenflieger können Ihren Fallschirm mit einem sog. Wirbel ausstatten (s. Bild links), der das Einschnüren der geöffneten Rettung durch Rotationsbewegungen verhindern soll.


 Der Tuck

Unter einem Tuck versteht man einen schnellen Überschlag des Drachens nach vorne. Diese Phänomen ist äusserst selten (!) und kommt fast nur in extrem turbulenten Windverhältnissen oder bei extremen Windscherungen vor.
In der Regel sind modifizierten Drachen (veränderte Trimmung für den Wettbewerb) oder Pilotenfehler (zu langsames Fliegen bei stark thermischen Verhältnissen) die Ursache.
Ganz ausgeschlossen kann diese Phänomen nicht, da der Drachen nun mal ein Nurflügler mit baumelndem Piloten ist. In Extremfällen können dann große Druckpunktschwankungen zu diesem Flugzustand führen.
Die sicherste Vorbeugung
bei rauen Windbedingungen ist es, nicht nur mit Mindestgeschwindigkeit, sondern mit einer höheren Geschwindigkeit zu fliegen, um energetische Reserven zu haben. Ausserdem sind Lee-Gebiete im Gebirge zu meiden. Die sicherste Vorbeugung ist es allerdings bei stark turbulenten Windverhältnissen einfach zu landen.

 Höhe abbauen

Jeder Pilot will erst mal nach oben kommen. Wer häufig fliegt wird aber auch in die Situation kommen, dass er Höhe abbauen möchte, das Fluggerät aber steigt und steigt.
Unbedenklich ist, wenn diese Phänomene eine feste Höhen-Obergrenze haben, z.B. Seewind oder großflächige Talumkehrthermik, über die der Drachen dann nicht mehr hinaussteigt.
Irgendwann (spätestens kurz bevor das Licht ausgeht) geht es dann immer runter. Gefährlich ist es allerdings, wenn man bei starker Wolkenthermik nahe an der Wolkenbasis fliegt und der Drachen heftig steigt. Um nicht in die Wolke gesogen zu werden, fliegt man dann mit stark gezogenem Steuerbügel, also mit der maximalen, kontrollierbaren Geschwindigkeit von der Wolke ins freie Land ab. Macht man das lange genug, kommt man aus den Sogbereich der Wolke heraus. Gerade Umsteiger vom Gleitschirm müssen aufpassen, dass sie nicht versuchen mit Steilspiralen Höhe abzubauen. Damit schraubt man sich nur in die Wolke hinein.

 Oben bleiben

Bei stärkerem, gleichmäßigem Hangwind (vor allem wenn er so laminar ist wie beispielsweise auf Lanzarote) kommen auch Drachen-Newcomer schon früh in den Genuss langer Flüge. Beim Thermikfliegen allerdings ist es wie am Übungshang. Die Gleitis 'sitzen' schon längst mit Startüberhöhung in der Thermik, selbst wenn sie noch keinen runden Kreis fliegen können, während die Drachennewcomer erst die richtige Flugtechnik des Thermikfliegens lernen müssen.
Aber wenn man's erst mal kann...! ;-)
Dazu ein paar nützliche Tipps:

> Einfliegen in die Thermik am besten in die Richtung wo es dir den Flügel hebt.
 
> Immer darauf achten in welcher Drehrichtung die Piloten fliegen, die schon drin sind und dich dieser Drehrichtung anschließen! Das ist sogar Vorschrift!
 
> Am Anfang nie mit geringem Abstand zum Hang kreisen. Oft ist es besser ein bisschen vom Hang wegzufliegen, weil ca. 100 m vor dem Hang größere und ruhigere 'Bärte' hochsteigen
 
> Drin bleiben im Kreis wenn man Steigen hat, aber nicht wenn es runtergeht unnötig weiterkreisen.
 

>

Wenn zuviel Tuchkameraden unterwegs sind, dann such doch einfach woanders was. Mit dem Drachen kommst du an Stellen, wohin sie dir nicht so leicht hinterher kommen können ;-)

 
 
 Sicherheits-Equipment

Folgende Untensilien sind wichtig für deine Sicherheit:
 
> Steuerbügelräder sind bei einem misslungenen Start wichtig, aber auch wenn du auf dem Bauch landen solltest.

Luftrad

Steckrad
> Die Rettungsschnur mit Bleigewicht ist nicht dazu da, dich im Falle einen Falles vom Baum abzuseilen, sondern um ein Seil zum Abseilen zu dir hochzuziehen.
 
> Erste-Hilfe Päcken. Klein genug um im Gurtzeug verstaut zu werden gibt es speziell für Flieger, enthält das Notwendigste für den Notfall, aber natürlich kannst du dir dein Päckchen auch selber schnüren...
 
> Wasserlandungen sind immer lebengefährlich!
Wenn dein Landeplatz also in der Nähe eines Gewässers ist, oder du mit einer Aussenlandung am Wasser rechnen musst, aber auch in andere Notsituationen, kann ein Notfall-Messer dein Leben retten, wenn du es gut greifbar am Gurtzeug befestigst. Damit kann du dich schnell vom Einhängeband losschneiden.
 
Spezielle Notfall-Messer gibt's z.B. Charly oder Skyline (siehe unsere Linkseite).

Notfall-Messer

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Simpel, aber mit Sicherheit wichtig: ein Handy.
Immer gut um im Notfall Hilfe zu rufen, besonders wenn Ihr vorher alle wichtigen Notfallnummern eingespeichert habt.
 

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Fast genau so simpel und hilfreich ist es, ein Auto-Leder-Lappen im Gurtzeug dabeizuhaben.
Vor dem Start kannst du das Segel und die Anströmkante von Wassertropfen befreien. Kleine Wassertropfen verändern die Flugeigenschaften deines Drachens und so kann es schnell (vor allem in Kurven) gefährlich werden...
 

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Brems-Fallschirm. Diese Utensile kannst du erst brauchen wenn du einen schnellere Kiste fliegst (Hochleister oder turmloser Drachen) um die Ausgleitstrecke an kleinen oder kurzen Landeplätzen zu verkürzen.
Der Bremsschirm wird am Gurtzeug angebracht und sollte erst geworfen werden, wenn die letzten Hindernisse überflogen sind, da sich die Flug- und Gleiteigenschaften deines Drachens mit dem Bremsschirm stark verändern. Aber den Schirm erst bei voller Fahrt im Endanflug zu werfen ist auch nicht der Renner.


 

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Helm. Ein Helm ist selbstredend sinnvoll und sowieso vorgeschrieben. Für Drachenflieger sind Integralhelme mit grossem Sichtfeld (siehe Bild) am geeignetsten. Jeder Flieger-Helm hat Öffnungen an den Ohren damit du das Fahrtgeräusch hören kannst um deine Geschwindigkeit einzuschätzen.

 

 
 

 

Links zum Thema


www.flugunfall.info
Diese Seite wendet sich an alle sicherheitsbewussten Gleitschirm- und Drachenpiloten, die sich mit Flugunfällen und den Ursachen dafür auseindandersetzen und daraus lernen wollen und enthält Unfallberichte von Piloten.

Die Sicherheitsseiten des DHV
...sollte jeder verantwortungsbewusste Pilot mal angucken.

www.austrocontrol.at
Die AustroControl ist für die Sicherheit im Österreichischen Luftraum zuständig.